Sehr viele Menschen klagen über einen gestörten Schlaf. Jeder vierte Bundesbürger gibt an, mehr oder weniger regelmäßig an Schlafstörungen zu leiden. Ca. 60 % der Menschen, die einen Arzt aufsuchen, kommen in die Praxis, weil sie mit ihrem Schlaf unzufrieden sind.
Eigentlich beschäftigt sich die Schlafmedizin ebenso mit dem Tag wie mit der Nacht, da Störungen des Schlafes breite Auswirkungen auf das Befinden und die Gesundheit am Tage haben. Die Auswirkungen einer Schlafstörung sind vielfältig.
Schlafstörungen entwickeln sich schleichend, nicht bei jedem Patienten sind von Anfang an alle Symptome einer Schlafstörung vorhanden und bei vielen dauert es Jahre, bis die Schlafstörung erkannt und behandelt wird. Grundsätzlich sollte eine Schlafstörung, die länger als 3 Monate besteht, abgeklärt werden, da sie Risiken und Folgeerkrankungen nach sich zieht.
Obwohl man ein Drittel seines Lebens im Zustand des Schlafs verbringt (ca. 27 Jahre), stellt die Schlafmedizin innerhalb der medizinischen Wissenschaft ein junges Fachgebiet dar, da die wissenschaftlichen Grundlagen zur Beobachtung der Vorgänge im Schlaf relativ spät entwickelt wurden. In den letzten Jahren hat sich das Verständnis um den Schlaf als einen "aktiven Körpervorgang" vertieft. Die Mediziner gewinnen zunehmend Erkenntnisse über krankhafte Vorgänge, die an den Schlaf und an biologische Zeitabläufe gekoppelt sind. Damit gewinnt die Schlafmedizin gegenüber der bisherigen reinen Tagmedizin zunehmend an Bedeutung, im Sinn der vollständigen und ganzheitlichen Betrachtung des gesunden und kranken Menschen.
Die Schlafmedizin setzt sich aus vielen Fachgebieten zusammen. Mit den Schlaflaboren kooperieren schlafmedizinisch kompetente Fachärzte aus unterschiedlichen Disziplinen. Durch eine rechtzeitige schlafmedizinische Versorgung können Folgeerkrankungen vermieden werden.
Durch eine gezielte Patientenbefragung kann der Arzt Hinweise auf schlafbezogene Erkrankungen gewinnen.
Eine ambulante Schlafmessung (bei Ihnen zu Hause) kann zur weiteren Abklärung hilfreich sein. Letztendlich kann die Diagnose nur durch eine komplette Untersuchung des Schlafablaufes in einem Schlaflabor (Polysomnographie) bestätigt werden.